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Schon 7 Jahre Fukushima

So schnell geht das: Die Atomkatastrophe von Fukushima,  die „uns alle aufgerüttelt“ hat, ist am 11. März schon sieben Jahre her. Regierung und die Betreiberfirma Tepco bewerten die Kontamination des Bodens und das ständig anfallenden kontaminierte Wasser zu optimistisch. Erst jetzt wird festgestellt, wie stark sich Radionuklide auf dem Meeresboden ablagern und wie sie sich in Plankton und der Nahrungskette abreichern.

Polizei-Kontrolle bei Fukushima

(Foto: Alexander Tetsch)

Am 11. März 2011 um 14.46 Uhr ereignet sich vor der Ostküste Japans, 130 Kilometer östlich von Sendai, ein schweres Seebeben (Stärke 9,0 auf der Richterskala). Die Erdstöße verursachen gravierende Schäden im AKW Fukushima Daiichi, die nachfolgende Flutwelle (Tsunami) verschärft die Situation noch. Stromversorgung und Kühlung aller sechs Reaktoren sowie der sieben Abklingbecken mit hochradioaktiven Brennelementen fallen aus. Die Blöcke 4 bis 6 sind wegen Wartungsarbeiten zufällig außer Betrieb, in den Blöcken 1 bis 3 jedoch scheitern trotz Schnellabschaltung alle Versuche, die Reaktoren ausreichend zu kühlen. In allen drei Reaktoren kommt es deshalb zur Kernschmelze und somit zum Super-GAU – in Block 1 bereits am 12. März, in den Blöcken 2 und 3 wenige Tage später. Explosionen in den Blöcken 1 bis 4 zerstören unter anderem die Gebäudehüllen.

Wochenlang ziehen immer neue radioaktive Wolken von Fukushima aus über Japan und/oder den Pazifik. Unter anderem lässt AKW-Betreiber TEPCO mehrfach radioaktiven Dampf ab, um Explosionen im Innern der Reaktoren zu verhindern, die eine noch größere Freisetzung radioaktiver Stoffe zur Folge hätten haben können.

Sieben Jahre Atomkatastrophe Sieben Jahre Atomkatastrophe Sieben Jahre Atomkatastrophe

Vor 40 Jahren schrieb Robert Jungk das Buch „Atomstaat“ und noch heute wird gegen Atomeneregie und Atomkonzerne protestiert.

Mahnwache organisieren 2018.JPG

Der Energieverbrauch ist ja noch immer nicht drastisch gesenkt worden. Kohle und Öl werden weiter zur Energiegewinnung verbrannt, Atomenergie in Deutschland und im europäischen Ausland produziert. Und woher soll die Energie kommen, wenn Elektroautos in großen Stückzahlen unterweg sind?

In diesem Jahr wird es wieder regional und überregional Proteste geben:

https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/jahrestag-fukushima/bigbags/

Atommüll-Säcke in Fukushima (Montage).jpg

(Foto: Lucas Wirl Montage: ausgestrahlt)

Weitere Infos:
https://nuclear-news.net/category/fukushima-2018/
https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima
http://www.spiegel.de/thema/fukushima/
Infobroschüre Tschenonyl und Fukushima:
https://www.ausgestrahlt.de/media/filer_public/d5/88/d588d928-1e66-4519-869e-243d5bad0703/broschuere-tschernobyl-fukushima.pdf

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